digitale Medien in der Familie – 6 Tipps für den Alltag mit Geschwistern

Ratgeber für Eltern und Kinder zu den vielfältigen Themen rund um digitale Medien gibt es viele. Aber wie ist das eigentlich, wenn ich nicht ein Kind, sondern Geschwister habe? Da gibt es noch einmal neues Konfliktpotenzial, denn das unterschiedliche Alter erfordert eine an das jeweilige Kind angepasste Medienerziehung. Zur Unterstützung habe ich für Sie 6 Tipps für den Medienalltag mit Geschwistern zusammengestellt, die Ihnen eine Anregung und Hilfestellung für Ihren Familienalltag bieten können.

Hier die 6 Tipps für den Medienalltag mit Geschwistern:

1. Das Alter spielt (k)eine Rolle

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich, hat eigene Interessen und Vorlieben. Wenn es um digitale Medien geht gibt es als hilfreiche Richtschnur für ein geeignetes Alter die USK- (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) bzw. FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) Kennzeichnungen. Doch diese Kennzeichnungen bieten nur eine Orientierung. Ihr Kind kann dennoch durch Inhalte einer eigentlich geeigneten Altersfreigabe überfordert sein, oder umgekehrt ist bereits reif genug für Inhalte einer höheren Alterseinstufung. Grundsätzlich sollte von der Altersfreigabe nicht mehr als 1,5-2 Jahre abgewichen werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Kinder einzeln beobachten und einschätzen und gemeinsam mit Ihnen die Medieninhalte auswählen, die zu ihm passen. Zu ungeeigneten Inhalten und Medienformen sollte das Kind keinen Zugang erhalten. Fühlen Sie sich davon überfordert halten Sie sich an die angegebene Altersfreigabe.

Tipp: Oft äußern Kinder beeinflusst von ihren Freunden den Wunsch Apps oder Software zu nutzen, die weit über ihrer Altersfreigabe liegt. Etwa ein Kind mit 11 Jahren möchte ein Spiel ab 18 spielen. Natürlich können Sie einfach nein sagen, das ist ihr gutes Recht als Eltern. Für eine friedliche Akzeptanz wird dies jedoch in den wenigsten Fällen sorgen. Versuchen Sie stattdessen herauszufinden was die Motivation hinter dem Wunsch des Kindes ist. Sind es soziale Grüne, wie z.B. seinen Status im Freundeskreis aufwerten wollen? Dazugehörigkeitsgefühl? Oder gar Mobbing? Oder liegt der Grund vielleicht in der Art des Spiels? Mag ihr Kind die Spielmechanismen, die Welt, die Herausforderung? Kennen Sie die Ursache des Wunsches können Sie mit Ihrem Kind gemeinsam nach Lösungen und  alternativen Spielen suchen.

2. Jeder braucht seine Zeit

Doch gerade das ist nicht einfach, wenn Geschwister verschiedenen Alters zusammenleben. Älteren Geschwistern Medien vorzuenthalten z.B. Fernsehserien oder Spiele, weil sie für das jüngere Geschwister nicht geeignet sind, ist keine gute Lösung. Dadurch wird die Chance vertan dem Kind die Möglichkeit zu einer alters- und entwicklungsgerechten Auseinandersetzung mit Medien zu geben. Wichtig ist hier vielmehr jedem Kind seine eigene Medienzeit einzuräumen, in der es ungestört die Medien nutzen darf, die für es geeignet sind.

Tipp: Computer, Fernseher und Spielekonsolen gehören bis zu einem Alter von 13/14 Jahren nicht ins Kinderzimmer sondern in die Gemeinschaftsräume. So können Sie besser beobachten was Ihr Kind mit den Geräten tut und wofür es sich interessiert. So sind Sie schnell zur Stelle wenn Ihr Kind Hilfe braucht oder überfordert ist. Nutzen Sie die Zeit zum Aufbau einer Vertrauensbasis in Punkto digitale Medien. Einmal im Kinderzimmer verschwunden gerät der Mediengebrauch leicht aus den Augen.

3. Junge oder Mädchen? Ist doch egal!

Ihre Oft beherrschen geschlechtsbezogene Vorurteile unsere Gedanken. Auch Kinder sind davon nicht frei. Doch lassen Sie Bemerkungen wie: „Das ist nichts für Mädchen“ oder „Das geht Jungs nichts an“ nicht zu. Spricht von Alter und Entwicklung aus betrachtet nichts dagegen sollten Kinder in die Entscheidung welche Spiele, Apps und Filme sie verwenden bzw. sehen wollen immer einbezogen werden. Unabhängig vom Geschlecht.

4. Das interessiert mich!

Zeigen Sie immer Interesse für die Dinge, mit denen sich ihre Kinder beschäftigen. Bei Geschwistern ist es umso wichtiger darüber informiert zu sein welche Themen und Spielinhalte/-formen sie gerade toll finden. Das erleichtert es Ihnen gemeinsam passende Medieninhalte und –formen auszuwählen. Auch ein Schummeln, z.B. ein Spiel spielen, was noch nicht erlaubt wurde, fällt so sehr schnell auf. Bleiben Sie bei all Ihren Kindern gleichermaßen interessiert. Das fördert Ihre Beziehung und vermeidet Eifersucht unter den Geschwistern.

Tipp: Oft fällt es Eltern, die selbst keinen Bezug zu digitalen Medien haben schwer die Begeisterung ihrer Kinder nachzuvollziehen. Dies liegt unter anderem daran, dass sie selbst die digitale Welt bisher nicht erlebt haben. Auch Vorurteile durch Halbwissen oder Prägungen durch die eigene Erziehung beeinflussen unser medienerzieherisches Handeln. Reflektieren Sie sich selbst. Welche Vorurteile haben Sie und welche Sorgen oder Befürchtungen? Sind Sie sich ihrer Haltung reflektiert bewusst können Sie offener für die Begeisterung Ihrer Kinder sein.

5. Jeder nach seinen Regeln.

Legen Sie mit jedem Kind individuelle Mediennutzungsregeln fest (z.B. www.mediennutzungsvertrag.de). So können das Alter, die Entwicklung und die Interessen bezüglich der Geräte und Inhalte am besten berücksichtigt werden. Auch gleichaltrige Geschwister können unterschiedliche Regeln brauchen, denn jedes Kind hat eine einzigartige Persönlichkeit und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Eigene Regeln zeigen Ihrem Kind, dass Sie es als eigenständige Person wahrnehmen und nicht mit einem Geschwister vergleichen. Nehmen Sie sich gemeinsam die Zeit zu Ihren Kindern und Ihrer Familie passende Regeln zu finden. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Wenige gute Regeln die eingehalten werden schützen besser als viele die gebrochen werden. Regeln einhalten ist Vertrauenssache. Vereinbaren Sie also auch was passiert wenn die Regeln gebrochen werden und begründen Sie falls nötig warum ein Kind andere Regeln braucht als sein Geschwister. Und denken Sie daran: Auch Sie müssen sich an die für Sie aufgestellten Regeln halten, sonst wirken Sie auf die Kinder unglaubwürdig und verlieren ihre Vertrauensbasis.

6. Die digitale Welt gemeinsam erleben.

So wichtig getrennte Medienzeiten sind, so wichtig ist auch die gemeinsame Medienzeit mit der Familie. Dabei ist ein gemeinsamer Fernsehabend mit Popcorn oder Chips, alle zusammen auf dem Sofa, ebenso in Ordnung wie eine digitale Schnitzeljagd. Auch viele Brettspielklassiker gibt es als App-Variante, die Kinder vielleicht eher anspricht. Oder lassen Sie sich doch einmal auf eine Partie der Lieblingsspiele ihrer Kinder ein. Vielleicht wollen Sie ihnen aber auch einmal zeigen, welche Spiele Sie als Kind an Computer oder Konsole begeistert haben? Oder sie erstellen gemeinsam ein Fotobuch über den letzten Urlaub. Ganz egal für was Sie sich entscheiden. Wichtig ist nicht wie oft, sondern welche Qualität Ihre gemeinsame Reise in der digitalen Welt hat. Fördern Sie das gemeinsame Tun und Erleben als Familie und nutzen dazu ab und an digitale Medien. Vielleicht können Sie dabei ja auch etwas entdecken, was Sie selbst begeistert. Ihre Kinder werden die gemeinsame Zeit bestimmt genießen und sich freuen, wenn Sie an einem Teil Ihrer digitalen Medienwelt interessiert teilhaben.

Nützliche Links

  • Mediennutzungsvertrag
    Ein Vertrag hält fest, welche Rechte und Pflichten beide Vertragspartner haben wollen. Das bringt Sicherheit – und vermeidet unnötige Diskussionen und Streits über die Handy-, Computer-, Fernseh- oder Internetnutzung. Je früher Verträge erstellt werden, desto selbstverständlicher sind die Regeln für Ihr Kind. Unmittelbar nach einem Streit ist es meist wenig hilfreich, gemeinsam passende Regeln aufzustellen. Nutzen Sie lieber eine „ruhige Minute“ dafür.
  • Medienstundenplan
    Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind feste Medienzeiten. Tragen Sie die Uhrzeit und Art der vereinbarten Mediennutzung hier ein. So lernt Ihr Kind seine Mediennutzung einzuschätzen und Sie haben einen Überblick wie und welche Medien Ihr Kind nutzt.
  • 5 Tipps für Eltern: Worauf achten beim Thema „Kinder, Computer und Medienzeiten“ 
    Die Seite von Scoyo (Achtung! Nachhilfefirma, die auf der Seite sehr viel Werbung unterbringt!) enthält Tipps von Prof. Dr. Norbert Neuss, einem Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftler. Die Tipps sind alltagsorientiert und lesenswert.

Ein Gedanke zu „digitale Medien in der Familie – 6 Tipps für den Alltag mit Geschwistern“

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